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Rauwollige Pommersche Landschafe im Hamburger Umweltzentrum Karlshöhe

Schafschur 2010
Der Wettergott zierte sich etwas... trotzdem kamen viele große und kleine Schaf-Fans auf die Karlshöhe - Rekord!!!
Alle sahen zu, wie Andreas die Schafe von ihrer dicken Wolle befreite. Außerdem bekamen sie noch eine Pediküre
gratis dazu. Im Schafmuseum konnte die von Jahr zu Jahr wachsende Schafsammlung von Gabi und Sabine bestaunt werden.
Im Stall wurde "Molli, das kleine Schaf" vorgelesen - das Buch konnte man gleich darauf im Gutshaus käuflich erwerben, wie praktisch!

 

 
Die Lämmer 20010 sind da!!!
Am 8.4. hat Betty ihr beiden Bock-Lämmer Tim und Struppi geboren.
Am 16. 4. erblickten die beiden Mädchen von Bärbel das Licht der Welt,
sie heißen Emma und Feli.
Muttern und Kinder sind wohlauf.
Fotos auch auf der Schulbauernhofseite: kruem.blogspot.com
 
Schafschur 2009  

 

Unsere Moderatorinnen
Gabi, Heimke und Julie

 

 

Andreas der Scherer

... und viele kleine und große Schaf-Fans!

Wann bin ich an der Reihe?

Schnipp, schnapp, ist die Wolle ab!

Irgendwie anders...

Die hier kommen noch mal ungeschoren davon...


Das Schafmuseum - Weit über 300 Exponate aus dem Privatbesitz von Gabi und Sabine

 
Die Lämmer 2009 sind da!!!
Molli und Mia * 25.3.09
Rosi * 25.3.09
 
Sheep on the run - oder: Oh Schreck, ein Schaf ist weg....

Große Aufregung auf der Weide!  Da stimmte doch etwas nicht: Unser ältestes Schaf „Bella“, die Schafoma mit dem weißen Punkt auf der Nase, bettelte nicht wie sonst nach ein paar Leckerlis. Bella glänzte sozusagen durch Abwesenheit. Als einzige Spur von ihr hingen am herunter getrampelten  Zaun nur ein paar graue Wollreste.

 Ein Schock für jede Schäferin! Es wurde überall gesucht: keine Bella weit und breit. Also bei der Polizei angerufen. Die Beamten nahmen die Vermisstenmeldung gelassen auf, riefen aber nach kurzer Zeit zurück:  Es sei am frühen Morgen ein Schaf in das Tierheim Süderstraße eingeliefert worden. Eine Rückfrage dort ergab: die Ausreißerin Bella stand dort tatsächlich warm und trocken im Stall und mümmelte ihr Heu. Was war passiert?

Gegen 5 Uhr morgens hatten die netten Polizisten der Revierwache 36 einen ungewöhnlichen Einsatz in der Thomas-Mann-Straße. Es ging die Meldung ein, ein echtes Schaf würde auf der Grünfläche vor dem Hochhaus stehen. Die Polizei rückte an und machte das Tier in Wildwestmanier – angeblich wurde sogar ein Lasso geschwenkt – „dingfest“ und ins das Tierheim gebracht.

Am nächsten Tag wurde die betagte Schafdame im Kombi des Hausmeisters in der Süderstraße abgeholt. Die Übernachtung im Tierheim mit dem Transport kostete wie in einem guten 3-Sterne-Hotel fast 80 €

Sichtlich zufrieden – Bella hatte inzwischen einige Schaf-Leckerlis erhalten – schaute sie sich Hamburg aus dem fahrenden Auto an und erfreute dabei mit ihrem Anblick auch andere Autofahrer.

Zurück im Umweltzentrum wollte sie zuerst nicht aussteigen, so gut hatte ihr die Fahrt gefallen, wurde dann aber mit neuen Leckerlis und liebevollem Herauszerren „überredet“. Der Rückweg auf die Weide konnte Bella dann nicht schnell genug gehen: Sie witterte den heimischen Stall. Die Herde kam bereits aufgeregt angelaufen. Bella wurde sofort in die Mitte der Schafe genommen und heftig abgeschnuppert. Alle Schafe kümmerten sich rührend um die Ausreißerin! Was die ihren Mitschafen wohl erzählt hat??

Nun steht Bella wieder unter den anderen Tieren, freut sich des Lebens, hat offenbar kein Trauma erlitten und schaut alle Besucher neugierig an, ob es wohl noch mal eine Extraration für sie gibt! Leider kann sie uns nicht wirklich verraten, was da passiert ist am Abend und in der Nacht des 20. Februar 2009.

 
 
   

Schafschur 2008

 

 

Ob dieses Schaf wohl ungeschoren davon kommt? Merlin muss unter's Messer...

 

 

Die Zuschauer warten... ... und warten...

 

 

Heimke moderiert..... und Gabi moderiert...

.

 

...und schließlich wird Merlins Wolle verteilt......und er steht ziemlich belämmert in seiner Herde!

 

   

Die Lämmer 2008 sind da!!!

*11.4.2008

   
 

Fipsi mit seiner Mama Momo *27.3.2008

 

Momo, Fipsi, Bine

 

 

 

   

Bine mit Lamm Lotta
und Mama Betty

Jimmy und Timmy
von Bertha

Gabi und Jimmy

*23.3.2008

*24.3.2008

   
   

Bine mit ihrem Lamm Sammy

Bärbel mit ihren Lämmern
...leider hat das Schwarze es nicht geschafft...

   
 
Ein Tag im Umweltzentrum

   
Pia und Celine bereiten das Futter
 für die Schafe und Ziegen vor.
Die Tiere brauchen frisches Heu... ... und Wasser.    
     
"Wir haben Hunger! Määäh!" Coco und Bine brauchen viel Kraft,
um das Schaf im Klauenbock zu halten.
Gabi macht den Klauenschnitt.    
   
Stupsi hält ganz still... ...ihr Sohn Gandalf schaut aus sicherer Entfernung zu. Zum Schluss dürfen wir noch Fritzchen, den neuen Hofkater, streicheln.    
 
Schafschur 2007  
   
Am frühen Sonntagmorgen ist die Welt
noch in Ordnung...
Doch dann kommt Jochen mit der Schere! Schnipp, schnapp ist die ganze Wolle ab!

 

   
 
   
Kritisch beäugt von den großen und
 kleinen Moderatorinnen...
... und vielen ebensolchen begeisterten
Zuschauern, wächst der Wollberg.
Zurück bleiben die etwas verunsicherten Wollspender.

 

     
 
Die Lämmer 2007 sind da!!!

13.4.2007

 

Heute durften wir das erste Mal auf die Weide - das war sehr aufregend!

 

8.4.2007

12.4.2007

12.4.2007

 

 
 

Gabis Nichten mit Kuschel-Lämmchen

Benni schmust mit Gabi...

... und Mecki mit Sandra. Sie ist unsere "alte" FÖJ und springt immer noch gern ein, um die Tiere zu versorgen. DANKE, Sandra!

 

 
 

1.4.2007

 

Die Morgensonne scheint in den Stall.

Nun lach doch mal!

Das erste Mal draußen...

 
 
Endlich hat Birte auch ihre Kleinen:
 sie wurden am 2.4.07 um 10.30 Uhr geboren,
 ein Junge und ein Mädchen.

Sie heißen Benni und Beate.

 
 
Dürfen wir uns vorstellen? Wir sind die ersten neuen Lämmis auf der Karlshöhe und sind heute morgen geboren.
 Unsere Mama heißt Momo.
 Der Papa???? Auf jeden Fall ist es ein besonderer Papa,
 denn wir sind ganz weiß mit kleinen Flecken, ziemlich ungewöhnlich für Rauhwollige Pommersche Landschafe....
Momo mit ihren Kindern Mecki und Miss Marple * 24.3.2007 Mecki und Miss Marple * 24.3.2007

 

     
Eine Schafgeburt
Danke, Dorothea für die tollen Fotos und dem Papa Finnegan einen herzlichen Glückwunsch zu den Prachtexemplaren!
Finn, im letzten Jahr selbst noch Lämmchen auf der Karlshöhe, ist in diesem Jahr selbst Schafpapa geworden. Seine neue Besitzerin Dorothea hat die spannende Schafsgeburt miterlebt und fest gehalten:

Das Lämmchen kommt mit dem Kopf und den Vorderbeinen aus der stark gedehnten Scheide der Mutter heraus. Gut sieht man hier die Fruchthülle, in der das Lamm 5 Monate geschützt im Uterus des Muttertieres verbringt.

Hier ist das Lämmchen fast vollständig geboren. Die Fruchthülle zerreißt. Alle Reste werden sofort von der Mutter aufgeschleckt. So hat sie nach der anstrengenden Geburt eine kleine Eiweißration!

Das kleine Kerlchen ist putzmunter und wartet, was nun passiert. Mama Schaf wird ihn gleich weiter „bearbeiten“, damit seine Atmung in Gang kommt und sein nasses krauses Fell trocken wird. Übrigens: Die Lämmer des Rauwolligen Pommerschen Landschafs kommen alle schwarz zur Welt und werden im Alter immer grauer – wie bei den Menschen!

Hier ist Nr. 2 auf die Welt gekommen. Gut zu sehen ist die abgerissene Nabelschnur, die von der Schäferin gleich desinfiziert wird. Das Mutterschaf ist rührend besorgt um ihren Nachwuchs und stößt kleine brummende Laute aus, um ihre Lämmer dicht bei sich zu halten. Wie auch bei den Menschenkindern ist das „bonding“ bei Mutterschaf und Lämmern sehr wichtig, um eine gute Entwicklung der kleinen Schafe zu gewährleisten.
 

 
 

Felix  hütet die Herde.

Mit dem Schäferstab geht er schon ganz virtuos um: auf jeden Fall gehorchen ihm die Schäfchen und sogar die frechen Ziegen.

 

Bella, in diesem Jahr dreifache Mutter  von Bärbel, Bine und Bertha. Nachdem Molli im April verstarb, ist Bella unser ältestes Schaf. Sie ist sehr sensibel und etwas scheu. Hat sie jedoch einmal Vertrauen zu ihren Betreuern gefasst, ist  sie recht anhänglich. Bella ist das „Denker-Schaf“ auf der Karlshöhe. Manchmal meint man, ihre Gedanken -  die sich meistens um frisches Gras, leckeren Hafer und die Sorge um ihre Drillinge drehen -  erraten zu können!

Bine, die Verfressene, Tochter  von Bella, sorgt sich nicht um ihr Dasein. Hauptsache, es gibt leckeres Heu zu fressen!

 

Nach der anstrengenden Arbeit mit den wolligen Vierbeinern entspannt sich Felix bei einer rasanten Fahrt auf dem roten McCormick-Trecker.

 

 
 

Molli ist tot!

Unser Leitschaf Molli ist leider gestern in den Armen von Katja, der FÖJ-Kraft für immer eingeschlafen und in den „Schafhimmel" gekommen. Molli – das war die mit dem lustigen Pony – kam zusammen mit Bella und Ronja 1996 zu uns und begründete die Zucht der Rauwolligen Pommerschen Landschafe auf der Karlshöhe. Unzählige Schaf-Kinder, Schaf-Enkel und Schaf-Urenkel, deren Namen auch mit „M" beginnt, werden Molli nun sicherlich vermissen. Nach ihrer missglückten Trächtigkeit im April lebte sie noch fast vier Monate auf den Karlshöher Weiden und wurde zum Schluss immer schwächer. Der Tierarzt war oft zu Gast, konnte aber gegen die Auswirkungen der Schwangerschaftsvergiftung auch nichts mehr tun.
Auch wir, ihre BetreuerInnen, sind traurig und werden sie ebenso vermissen, wie unseren alten Ziegenbock Alfi!

AG Schafe und Ziegen
24. August 2006

 
 
Kuddel, Daddel & Du aus Kärnten - danke Ragnar ;)) Sylt-Schaf  
     
 
Soay-Schafe in Butzbach, Ebersgöns
Sie kommen ursprünglich von einer schottischen Insel
und gelten mit als die ältesten erhaltenen Nutztiere überhaupt.


 
Soays von hinten... ;)  
 
Schafschur 2006
 
Gabi und Jochen Heimke und Jochen Jochen, der Meister-Scherer

 

 
 
Wer bist du denn? ...so groß ist das Vlies! Alle wollen Finn streicheln.  
 
Lämmer2006
 
Lamm Bine mit Mama Bella kurz nach der Geburt Spielen mit Mama "Wir wollen raus!"  
 
Manni und Marla, * 9.4.2006 Manni und Marla mit Mama Marie  

Selma und Sophie, * 19.3.2006

Selma und Sophie erkunden die Welt vor dem Stall.

Finnegan *27.3.06
 
 
Lämmer2004
 
Stina mit Marie
*8.3.04
Frieda mit Pünktchen *15.3.04 Frieda mit Pünktchen+Anton
 *15.3.04
 
 
Pünktchen kann schon stehen!

Marie kuschelt mit Sandra.

Marie und Gabi  
 

Wo bleibt das Futter???

 

Frodo auf der Suche nach dem Schicksalsberg

oder: Die Schafe sind los ....

Dass die netten vierbeinigen Wollspender neugierig sind, ist sicher allen Lesern und Leserinnen hinreichend bekannt; dass aber zwei Karlshöher Schafe – namentlich Maxi und sein Neffe Frodo – derart unternehmungslustig sind, wissen viele noch nicht: War die Tür zum Gatter nicht ganz geschlossen oder hatten „wilde Kerle“ dieses absichtlich geöffnet ?Die beiden Schafböcke werden es uns nicht erzählen können.

Auf jeden Fall nutzten sie am 3. November die Gunst der Stunde, um die Welt hinter dem Zaun, insbesondere die Straße Karlshöhe mal genauer unter ihre Klauen zu nehmen ... Um 23.00 Uhr, man bereitete sich gerade auf die Nacht vor, erging der Hilferuf: Die Schafe sind los! Auf der Straße spazierend, waren sie schon von einer netten Dame zurückgetrieben worden (DANKE !!!).

Also nichts wie in die Klamotten. Von zwei Seiten eilten die Schäferinnen herbei, um ihre Schäfchen  wieder einzufangen. Schon von weitem leuchtete uns das Martinshorn des Polizeiautos entgegen. Die netten jungen Kollegen hatten die Tiere schon umzingelt und waren gerade dabei, diese zu verhaften??? Auf jeden Fall waren sie deutlich erleichtert, die Verantwortung nun abzugeben und konnten ihren ungewöhnlichen Einsatz beenden.

Die beiden Ausreißer Maxi und Frodo mussten „nur noch“ zurück auf die Weide gebracht werden. Leichter gesagt als getan: Maxi ließ sich geduldig abführen – nicht so Frodo, das Lamm vom März 2003. In bester Bock-Manier wagte er kleine Sprünge in die Höhe, versuchte verschiedene Ausfallschritte, um wieder zurück auf die Straße zu gelangen. Das verausgabte den kleinen Kerl so stark, dass seine Beine plötzlich nachgaben, und er eine Pause auf allen Vieren einlegen musste. Mit gutem Zureden war es nicht getan: eine Schubkarre musste her!

Die eine Schäferin eilte zur Scheune, um diese zu holen, die andere musste sich auf das Schaf setzen, um es am Boden zu halten. Frodo fand sehr schnell zu seiner guten Form zurück und versuchte mit allen Tricks einen weiteren Ausfall. Erst sanfte Beruhigungen in sein Ohr geflüstert halfen, die Wartezeit zu verkürzen. Gut, dass zu dieser späten Stunde niemand mehr vorbei kam – man hätte sich sonst sehr gewundert. Mit vereinten Kräften gelang es schließlich, den Ausreißer zu mitternächtlicher Stunde wieder dingfest zu machen. 

Heute streichen Frodo und sein Onkel Maxi unruhig am Zaun ihrer Weide entlang. Schade für sie : das große Schloss verhindert einen weiteren Ausflug in die große weite Welt !

erlebt und aufgeschrieben von: Schaf-Gabi

Alfi von Karlshöhe ist tot !

Wer kannte ihn nicht, den Ziegenbock Alfi vom Umweltzentrum Karlshöhe.

Kleine und große Besucher begrüßte er meistens freundlich mit einem heiseren „Mäh-hä“, einer Aufforderung, ihm etwas Leckeres zum Fressen zu kredenzen. 13 Jahre alt ist Alfi geworden. Als Sohn von Lotti, einer deutschen Edelziege kam er im Umweltzentrum zur Welt und eroberte sich schnell die Herzen seiner Betreuer. Mama Lotti und die zweite Frau Lilli hatte er längst überlebt und – sozusagen in dritter Ehe – mit Toggenburger Ziegendame Stupsi vor zwei Jahren Max und Moritz und in diesem Jahr noch mal den kleinen Gandalf gezeugt.

Einst ein feuriger rotbrauner Ziegenbock, der kaum zu bändigen war, wurde sein Fell in den letzten beiden Jahren zunehmend lichter und grauer. Alfi wurde alt.

Das Aufstehen und Gehen fiel im zunehmend schwerer; der Tierarzt war oft in der Karlshöhe zu Gast, um ein Medikament gegen die Arthrose zu spritzen und Aufbaumittel zu verschreiben.

Letzten Winter kleidete Alfi ein eigens für ihn umgeänderter Themo-Pferdeumhang, der ihn vor Kälte schützte und ihm den Namen „Alfi, der Blaue“ nach der Farbe seines „Mantels“ einbrachte. Besucher erinnern sich bestimmt noch, wenn er mit roter Schleife geschmückt beim traditionellen Adventsmarkt im Stall die Weihnachtszeit einläutete oder im Frühjahr das erste frische Grün auf der Weide dankbar abzupfte.

Viele Kinder brachten nach engem Kontakt mit ihm den so genannten  „Eau de Alfi“ - Duft mit nach Hause und erinnerten die Eltern daran, dass auch in Hamburg ein wenig Landluft zu schnuppern ist.

Alfi wird bei uns, seinen Betreuern, eine große Lücke hinterlassen und bestimmt nie vergessen werden. Vielleicht tritt nun der kleine Gandalf in seine Fußstapfen und wird zum neuen Wahrzeichen auf der Karlshöhe !?

AG Schafe und Ziegen

 

 

 

Ziegennachwuchs auf der Karlshöhe

 

 

Gandalf - gerade geboren

Stupsi mit ihrem Sohn

Wo gibt's was zu trinken?

Geburtshelfer Johannes

 

Unsere Schafe im Winter


Alfi mit Mäntelchen

 

Zu dritt ist's wärmer...

Martha

 

Frieda 
Philosophische Gedanken zum Schaf

Einige philosophische Gedanken zum Schaf

(aus: Die Seele der Tiere von Walter Schels und Sabine Schwabenthan, Mosaik Verlag 2000)

 „Bäh“, sagt das Schaf – und damit beginnt schon das Missverständnis.

„Bäh“ ist für den Menschen Ausdruck von Ekel und Verdrossenheit, für Schafe aber der Urlaut schlechthin. Die Silbe ihrer Sehnsucht nach Weide, Wind und Schafsein. Zum Letzteren gehört für sie zu allererst die Nähe zu ihren Artgenossen, am besten zwanzig oder dreißig an der Zahl. Genau genommen stecken in jedem Schaf zwei Persönlichkeiten. Es ist ein Einzelwesen und gleichzeitig das Glied einer größeren Einheit, genannt Herde.

 Ein Schaf allein kann nie glücklich sein. Es fehlt ihm seine größere Hälfte, jene, die ihm den Rücken stärkt, die Angst nimmt und das Gefühl gibt, am richtigen Platz zu sein. Nichts Schöneres gibt es für Schafe, als abends zusammen zu rücken, gemeinsam wiederzukäuen und die Erlebnisse des Tages zu verdauen.

Aber auch nichts Sichereres bei Gefahr, denn Leib an Leib verschmelzen die Schafe zu einem wabernden Großwesen, das potenzielle Feinde mehr einschüchtert, als ein einsames Schaf das je könnte. Reichlich beschränkt ist also der Mensch, wenn er den Herdentrieb nur als dumm verachtet. Ihm sind Solidarität und Gruppensinn auf seinem Weg zur Krone der Schöpfung nämlich fast verloren gegangen. Er denkt sich als Einzelwesen und wird darüber oft trübsinnig.

 Sanft wie die Schafe sind, kennen sie nicht einmal Futterneid. Ist genügend Platz für alle auf der Weide oder am Trog, drängelt keins das andere weg oder verschlingt aus Missgunst mehr als ihm gut tut. Ob die Lammfrommheit der Schafe allerdings so weit geht, uns Wolle, Milch und ihr Leben zu „schenken“, wie es so nett heißt, muss hinterfragt werden. Wahrscheinlich ist es richtiger sich einzugestehen, dass wir das Schaf systematisch beklauen. Die Wolle wenigstens, wächst nach, und zum Dank führen wird die lebenden Wollknäuel auf saftige Weiden und bauen ihnen schöne, luftige Unterstände. Aber was hält das Schaf von diesem Tauschgeschäft? Langsam, vorsichtig kehrt so ein frisch rasiertes Schaf zu seinem geliebten Mitschafen zurück, schubbert sich zärtlich an dem einen und anderen. Schämt es sich, wie der Mensch nach einem versauten Haarschnitt? Ist ihm zu kühl? Oder will es den anderen zeigen: Ich bin´s, auch wenn ich jetzt komisch aussehe?

 

Schäfer, sagen uns die Historiker, ist einer der ältesten Berufe der Welt, und das Schaf zusammen mit Ziege und Hund eines der ersten Haustiere. Vor etwa fünfzehn Millionen Jahren trabte ein Tier über die nördliche Halbkugel, das als Ahnfrau von Schaf, Antilope und Gazelle gilt: ein flinkes, hohlhörniges Wesen mit Grübchen unter den Augen und einer Doppeldecke auf dem Rücken.

 Das längere und gröbere Deckhaar war von der Natur als Regen-, das feine weiche Unterhaar als Kälteschutz gedacht. Vor circa neuntausend Jahren hat der Homo sapiens dann die ersten Wildschafe gefangen, gezähmt und mit jenem Spiel begonnen, das er bis heute über alles liebt: Züchtung, besser gesagt: die Neugestaltung des Prototyps nach seinem Willen. Zuerst kam ihm die praktische Idee, den Weibchen die Hörner wegzumendeln. Den Widderböcken ließ man die Zier. Wahrscheinlich, weil sie damit gut und männlich aussehen, vielleicht auch, weil sich auf den Hörnern dumpfe bis schrille Töne blasen lassen. Das Widderhorn ist eines der ältesten Musikinstrumente, besonders beliebt als Unterstützung von Kriegsgeheul, inzwischen total aus der Mode, eine Sinfonie für Widderhorn wurde nie geschrieben, nur noch in der jüdischen Liturgie erklingt der Ton.

Um 1500 v. Chr. bastelte der Mensch dann seinen ersten Webrahmen, legte bei der Züchtung ab sofort noch mehr Wert auf dichtes, festes Vlies als auf Fleisch und Horn. So begann die Zucht von Schafen, die mit von Wollfett und Schweiß zu dicken Knäueln verfilzten Strähnen rumlaufen wie Rastafari.

 Das wohl berühmteste Schaf der Welt heißt Dolly, wurde im Roslin Institut in Edinburgh geklont, gezeugt also unter absoluter Umgehung eines wie auch immer gearteten Schäferstündchens zwischen Mutter- und Vatertier. Das ist ein Eingriff, den uns die Götter der Fruchtbarkeit ernstlich übel nehmen könnten. So gerne liebt und eifrig zeugt der Widder nämlich, dass unsere Vorfahren in ihm eine göttliche Inkarnation sahen. Weshalb er auch die Ehre erfuhr, in den elitären astrologischen Tierkreis aufgenommen zu werden. Von diesem alten Widderkult ist die gesamte Schäferromantik mit ihren Pastoralen und Schmuseversen nur noch ein matter Abklatsch, denn der heidnische  Fruchtbarkeitsgott hat ausgedient, wurde von mittelalterlichen Kirchenvätern gemeinsam mit dem Ziegenbock zur geilen Teufelsgestalt umfunktioniert. Dabei ist der Bock, der echte auf der Weide, ein wirklich sympathisches Tier, und falls er nicht falsch erzogen wurde, nicht einmal besonders aggressiv. Höchstens in der Zeit des Frühlings, wenn es ans Lämmermachen geht, entwickelt er gesunden Egoismus, verteidigt seinen Harem notfalls mit Klauen und Hörnern gegen fremde Böcke.

 Ach, so seine Schafherde, die über die Flure wandert, geführt von einer anmutigen Schäferin oder einem wortkargen Schäfer – ein archaisches Bild, das Frieden und Ruhe ausstrahlt. Doch vielleicht schon bald für immer vorbei. Auch den Schafen droht die Massenhaltung, in Großställen, ohne Sonne und Schäfchenwolken. Sollte es wirklich soweit kommen, wird nicht nur die Seele der Schafe, sondern auch unser Boden verkümmern. Der sogenannte goldene Tritt ihrer kleinen Hufe wirkt wie eine kräftigende Massage für gestresste Böden, festigt ihn, ohne die Grasnarbe zu zerstören, lässt die Pflanzen kräftiger wachsen und blühen – weshalb jeder Imker weiß: Waren vor den Bienen die Schafe da, schmeckt der Blütenhonig besser.

 aufgeschrieben von S. Choinski & G. Krümmel

 

                                 

SCHAFSCHUR IM UMWELTZENTRUM

Am Sonntag, den 3. Mai 2003 fand im Umweltzentrum Karlshöhe die Schafschur statt. Diesmal spielte auch das Wetter mit. Viele große und kleine Schaf-Fans sahen zu, wie ihre Lieblinge von der dicken Wolle befreit wurden.


Johannes bändigt den nächsten "Kandidaten"...

Die Schafe wundern sich ein wenig: Kennen wir den???

   

Gabi und Heimke zeigen das Vlies.
 

 


Jochens geübte Hände befreien das Schaf von der Wolle.